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Der Welt-AIDS-Tag wird seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangen,
nachdem sich an diesem Tag die Gesundheitsminister auf einem Weltgipfel
für eine von sozialer Toleranz geprägte Gesinnung und einen
intensiveren Austausch von HIV- und AIDS- bezogenen Informationen aussprachen.
Er ist ein Tag der Solidarität mit Menschen mit HIV und AIDS und
denen, die ihnen nahe stehen, aber auch ein Tag, an dem deutlich gemacht
wird, dass für diese Menschen jeder Tag des Jahres ein AIDS-Tag ist.
Die AIDS-Hilfen nehmen ihn zum Anlass, auf vielen Veranstaltungen - von
Infotischen in der Fußgängerzone über Podiumsdiskussionen
bis zu Benefizabenden - ihre Arbeit darzustellen und zu Spenden aufzurufen,
um ihre praktische Arbeit - Aufklärung, Information, Beratung, Betreuung,
Pflege und Selbsthilfe - finanzieren zu können. Der Welt-AIDS-Tag
ist aber auch ein Tag der Mahnung an die Politikerinnen und Politiker,
sich ihrer politischen und finanziellen Verantwortung für eine AIDS-Politik
zu stellen, die an den Lebensrealitäten der Hauptbetroffenengruppen
ausgerichtet ist.
"Welt-AIDS-Tag 2001 "I care... Do you?"
"Männer stellen sich der Verantwortung" - das Motto des
letzten Jahres gibt auch das Ziel der Welt-AIDS-Kampagne 2001 an. UNAIDS,
die AIDS-Organisation der Vereinten Nationen, will verstärkt junge
Männer erreichen und in den Kampf gegen HIV und AIDS einbinden. Hintergrund:
Jeder vierte Mensch mit HIV/AIDS ist ein junger Mann unter 25 Jahren,
und fast überall (bis auf die afrikanischen Länder unterhalb
der Sahara) finden sich unter den HIV-Infizierten und AIDS-Toten mehr
Männer als Frauen.
Unter dem Motto "I care… do you?" (offizielle deutsche
Übersetzung: "AIDS: das geht mich an… Dich auch?")
wird es daher auch in diesem Jahr darum gehen, Männern ihre Verantwortung
bewusst zu machen und sie zur Übernahme dieser Verantwortung zu bewegen
- als Partner, Väter, Kollegen, aber auch als Führungskräfte
und Entscheider in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Religion und
Kultur. Oft haben nämlich allein die Männer die Entscheidungsgewalt
- und bestimmen damit nicht nur über ihr eigenes Schicksal, sondern
auch über das ihrer Partner/innen und Kinder.
Dabei sind Männer auch selber "Opfer", geprägt durch
die Gesellschaft und Kultur, in der sie aufwachsen. Wer als wagemutiger
"Draufgänger" erzogen wird, der keine Schwäche und
keinen Schmerz kennt, wird nicht nur auf sich selbst, sondern wahrscheinlich
auch auf andere wenig Rücksicht nehmen. Diesen gefährlichen
Bildern von "Männlichkeit" (gefährlich auch für
die Männer selbst) will UNAIDS entgegenwirken. Und Männer dabei
zugleich bei diesen Vorstellungen "packen": Wenn Männer
schon für andere entscheiden, sollen sie auch für sie sorgen
und sie schützen - zum Beispiel dadurch, dass sie auch für sich
selbst sorgen.
„I care… do you?" spricht aber nicht nur junge Männer
an - und nicht nur die Menschen in den von HIV und AIDS am stärksten
betroffenen Regionen. Die Kampagne fragt uns alle, wie es denn mit unserer
Aufmerksamkeit und Verantwortung für die Menschen mit HIV und AIDS
und die Folgen dieser katastrophalen Epidemie aussieht - unabhängig
von Alter und Geschlecht, von Herkunft, Kultur oder sexueller Orientierung.
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